Konzentration war gefordert – anspruchsvolles Programm beim Jahreskonzert des Musikvereins Rothtal Horgau

Fast klang es ein wenig entschuldigend, als Dirigent Wolfgang Dippold seine Stückauswahl für das Jahreskonzert des Musikvereins Rothtal Horgau präsentierte. Würden einige teils recht lange Stücke doch die Konzentrationsfähigkeit nicht nur der Musikanten, sondern auch der Konzertbesucher beanspruchen. Der Applaus der Gäste in der vollbesetzten Rothtalhalle zeigte, dass diese sehr wohl Gefallen an den Darbietungen gefunden hatten.

Geradezu aus sich heraus gehen durfte das Publikum bei der Melodienfolge zum Singspiel „Im weißen Rössl“, ließ sich doch beim bekannten gleichnamigen Titellied bestens mitklatschen. Kaum zum Mitklatschen geeignet hingegen „The Lord of the Rings“, eine opulente Komposition angelehnt an den Roman „Herr der Ringe“ von J.R. Tolkien. Auch „Pilatus. Mountain of the Dragons“ entführte die Zuhörer in fantastische Klangwelten. Nicht weniger anspruchsvoll für die Musikanten und ihr Publikum war die Komposition „Lord Tullamore“, die Anleihen bei traditioneller irischer Volksmusik nimmt.

Es gab aber auch bekannte Weisen zu hören: Vielen jüngeren Konzertbesuchern ist der Britische Komponist und Sänger Phil Collins ein Begriff, dessen bekannteste Melodien im Arrangement „The best of Phil Collins“ vereint sind. Quasi eine Reminiszenz an das diesjährige Gastspiel des Bayerischen Polizeiorchesters in der Rothtalhalle war „The Second Walz“ von Dimitri Schostakowitsch – den weltbekannten Walzer hatten die Profis in Horgau auch zum Besten gegeben. Eine Premiere im Rothtal gab es mit der Polka „Wir sind Wir“, die Peter Leitner erst heuer komponiert hatte.

Begonnen hatte das Konzert mit der Melodie „Also sprach Zarathustra“ (von Richard Strauß), die Dirigent Wolfgang Dippold für sein Orchester neu arrangiert hatte. Noch ein zweites Mal wirkte Dippold als Arrangeur: Das bekannte Weihnachtslied „Marys Boy Child“ hatte er zu einem vierstimmigen und zweisprachigen Satz für gemischten Chor geschrieben. Wie schon seit ein paar Jahren betätigten sich die Blasmusiker erneut als viel beklatschte Sängerinnen und Sänger, weswegen mit „Winter Wonderland“ auch noch eine gesungene Zugabe ertönte. Freilich gab es auch weihnachtliche Blasmusik, nach dem zum gemeinsamen Singen intonierten „O du fröhliche“ spielte das Orchester abschließend „Last Christmas“ des bekannten Popmusikers George Michael.

Alle Jahre wieder gehören zum Jahreskonzert des Musikvereins Ehrungen verdienter Musikanten und Mitglieder. Dazu war vom Bezirk 15 im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) dessen stellvertretender Vorsitzender Steffen Kraus gekommen und dazu Horgaus Bürgermeister Thomas Hafner. Aus ihren Händen empfingen die Tenorhornistinnen Theresa Steppich und Nadja Weishaupt eine Urkunde und Blumen für das erfolgreiche Bestehen der D2-Bläserprüfung. Ausgezeichnet wurden auch Flötistin Marina Vogg, die seit zehn Jahren im Verein musiziert, sowie Maximilian Holland, der dem Orchester seit 15 Jahren angehört, wo er unter anderem die Tuba bläst, singt und das Amt des Vorsitzenden bekleidet.

 

Viel zu tun hatte Dirigent Wolfgang Dippold (rechts), um sein Orchester vom Musikverein Rothtal Horgau beim Jahreskonzert in der Rothtalhalle allzeit im Takt zu halten.
Ehrungen beim Musikverein Rothtal Horgau. Im Bild von links ASM-Bezirksvize Steffen Kraus, Theresa Steppich, Nadja Weishaupt (beide D-2-Bläserprüfung), Marina Vogg (10 Jahre im Verein), Maximilian Holland (15 Jahre im Verein), Dirigent Wolfgang Dippold sowie (hinten) Bürgermeister Thomas Hafner und stellvertretender Vereinsvorsitzender Peter Siegel.

Bilder: M. Siegel

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