Weihnachtskonzert 2018: "Hält jung und macht intelligent"

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„Musizieren hält jung und macht intelligent“ – wer würde seinem Bürgermeister widersprechen, vor allem, wenn er – wie jetzt Thomas Hafner in Horgau – solches äußert? Äußert vor der versammelten Musikantengemeinde aus dem Rothtal und dem Augsburger Land beim Jahreskonzert des Musikvereins Rothtal Horgau, bei dem intelligente Jungmusikanten und jung gebliebene Bläser(innen) ausgezeichnet wurden. Zeitgenössisches Liedgut und

moderne Arrangements, ausgewählt, einstudiert und dirigiert von Wolfgang Dippold, bestimmten das Konzert, weihnachtliche Weisen rundeten das Programm ab. Am Anfang stand „klassische“ Blasmusik. Auf Puccinis „Nessun Dorma“ (aus der Oper Turandot) folgte die Polka „Meine Leidenschaft (von Alexander Pfluger) und der noch recht neue Marsch „Kaiserin Sissi“ (Timo Dellweg). Das Stück „Godfather of Seville“ (James L. Hosay) verbindet Themen aus „Der Barbier von Sevilla“ (Rossini) mit Melodien aus dem Filmklassiker „Der Pate“. Anschließend ein Potpourri allseits bekannter Fernsehmelodien („TV-Kulthits“, Manfred Schneider) von der „Schwarzwaldklinik“ bis zur Tagesschau. „Schmelzende Riesen“ nennt sich eine klanggewaltige aktuelle Komposition von Armin Kofler, die sich auch die Auswirkungen des Klimawandels zum musikalischen Thema gemacht hat. Vor allem den jüngeren Konzertbesuchern ist die englische Band „Coldplay“ ein Begriff, aus deren Repertoire ein Potpourri (Michael Brown) aus „Clocks“, „Lost!“ und „Viva la vida“ folgte. Immer wieder gern gehört: „Mamma mia!“ – so der Titel des Arrangements von Peter Schars mit bekannten Hits der schwedischen Popgruppe ABBA. Kaum weniger sind bekannt sind die Weisen aus dem Filmklassiker „Titanic“ inklusive des Welthits „My heart will go on“, die Takashi Hoshide für Blaskapelle zusammengestellt hat. Der Schluss des Konzerts gehörte weihnachtlichen Klängen, vom gemeinsamen Singen von „Fröhliche Weihnacht überall“ über „The Spirit of Christmas“ (Ed Huckeby) bis hin zu einer Variation über „Stille Nacht“ von Jacob de Haan. Bereits seit einigen Jahren fester Bestandteil des Konzerts in der Rothtalhalle sind von den Blasmusikern vierstimmig gesungene Lieder. Hier gab es zu hören „Happy Christmas“, ein Friedenslied von „Beatle“ John Lennon und Yoko Ono und dazu das Titellied des WeihnachtsFilmklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ („Küss mich, halt mich, lieb mich“) nach Pasquale Thibault. Durch das Programm führte Elke Unger. Im Rahmen des Konzerts gab es verschiedene Auszeichnungen auszusprechen. Zunächst bekamen fünf Nachwuchs-Musikanten ihre Urkunden für das Bestehen der D1-Bläserprüfung überreicht. Es waren dies Noah Hagner, Moritz Schiepp, Alicia und Theresa Schmid sowie Regina Steppich. Ehrungen für langjähriges Musizieren im Verein erhielten Daniela Lutz-Wunderle (zehn Jahre), Daniela Knauer (15 Jahre), Peter Dippold, Edith Hartmann, Petra Kraus, Tanja Ludl, Daniela Unger, Elke Unger, Simone Zott (alle 20 Jahre) und Silvia Klein (25 Jahre). Eine nicht alltägliche Ehrung erfuhr Günther Dippold, der seit 50 Jahren beim Musikverein Rothtal Horgau musiziert. Trompeten-Kollegin Brigitte Holland zeichnete in ihrer Laudatio den Weg des elfjährigen Buben mit der kleinen Trommel über den begabten Trompeter bis hin zum Jugendausbilder und Dirigenten der Kapelle (2000 – 2005) nach. Ehrensache für den Jubilar, dass er, gelernter Instrumentenbauer, seine Soli im Konzert auf seiner selbst gebauten Trompete erklingen ließ. Mit dem Vereinsvorstand und Bürgermeister Thomas Hafner nahm Angela Ehinger, Vorsitzende des ASM-Bezirks 15, die Ehrungen vor. Ehinger anerkannte den enormen zeitlichen Aufwand, den jeder Musiker mit zahllosen Proben und Auftritten betreibt, zumal dann, wenn er dies 50 Jahre lang tut. Vereinsvorsitzender Maximilian Holland lud die Konzertbesucher zum Faschingsball des Musikvereins (am Samstag, 9. Februar 2019) und bereits zum nächsten Rothtaler Konzert ein, das am Sonntag, 7. April 2019, in der Horgauer Kirche St. Martin geplant ist.

Von Michael Siegel,
Erschienen in der Augsburger Allgemeinen Zeitung nach redaktioneller Überarbeitung.